NEUER ANIMATIONSFILM „Geschwister – Ein letzter Wunsch”
„Geschwister – Ein letzter Wunsch”
Wir haben bei „KEY FRAMES 2026” – MDR und MDM fördern kurze Animationsfilme aus Mitteldeutschland – eingereicht und die Förderzusage erhalten. Lieben Dank. Wir machen also einen neuen Animationsfilm mit dem Titel „Geschwister: Ein letzter Wunsch”.
Projektbeschreibung
Animationsfilm
Ein Film von Schwarwel
Eine Produktion von Glücklicher Montag
Ausführende Produzentin: Sandra Strauß
Drehbuch von Schwarwel nach einer Idee von Sandra Strauß und Schwarwel
Mitteldeutschland im Jahr 2066: Im Wohnzimmer eines alten Einfamilienhauses liegt die schwerkranke Mutter Jessica (85), einst Gymnasiallehrerin, doch nun von ihren Kräften verlassen, auf ihrem Sterbebett. Ihr letzter Wunsch ist ein schlichter, aber beinahe unmöglicher: Sie möchte ihre erwachsenen Kinder Jasmin (55) und Julian (56), die sich seit Jahrzehnten politisch wie menschlich völlig entfremdet haben, nochmals vereint sehen. Seit dem plötzlichen Tod ihres Vaters Jan (*1979, Maurermeister mit eigenem Kleinunternehmen) im Jahr 2026 haben sich die damals 15- und 16-jährigen Geschwister in ihren Weltansichten und Lebensweisen in vollkommen unterschiedliche Richtungen entwickelt: Jasmin wurde Transformationsforscherin und Nachhaltigkeitsexpertin in einer progressiven Welt, Julian wurde Malermeister, Kleinunternehmer und rechtspopulistischer Lokalpolitiker in einem autoritär-patriarchalen Leben.
Im Zentrum des Films steht nicht nur die Geschichte dieser Familie, sondern die Geschichte eines Landes im Wandel – erzählt als weiche Überblendung zwischen persönlichen Erinnerungen, sozialpolitischen und gesellschaftlichen Wegmarken und zwei alternativen Zukunftsverläufen. Während Jessica im Jetzt des Jahres 2066 um Fassung, Gemeinsamkeit und Frieden ringt, entfaltet sich eine assoziative Erzählung, in der die Lebenswege ihrer Kinder wie zwei unterschiedliche Zeiger einer Uhr auseinanderdriften.
Jasmins Zukunftsstrang zeigt eine Welt, die sich unter Schmerzen erneuert hat: Klimawandel und gesellschaftliche Krisen haben einen umfassenden ökologischen Umbau notwendig gemacht. Ihre Realität ist geprägt von urbaner Begrünung, erneuerbaren Energien, sozialem Zusammenhalt und einer offenen, diversen und gleichberechtigten Gesellschaft. Sie selbst führt ein ruhiges, verantwortungsbewusstes Leben zwischen Wissenschaft, Familie und gesellschaftspolitischem Engagement.
Julian hingegen lebt in einer Welt zunehmender Kontrolle, Überwachung und ideologischer Verhärtung. Was als Unzufriedenheit begann, wurde nach und nach zur politischen Radikalisierung. In seinem Strang dominieren technokratische Systeme, autoritäre Familien- und traditionelle Rollenbilder, abgeschottete Landschaften und der Rückbau ökologischer und sozialer Errungenschaften. Während er Karriere macht, verliert er moralisch und emotional immer weiter den Boden – doch tief in ihm bleibt das verletzte Kind, das den frühen Verlust des Vaters nie verarbeitet hat.
Diese zwei parallelen Zukünfte liegen wie Farbfilter über den Erinnerungen der Familie. Wieder und wieder kehren die Bilder zurück: die Geburt der Kinder, Streit um politische Fragen, Hoffnungen und Enttäuschungen ostdeutscher Identität, der Tod des Vaters, der Familienhund, der Baum im Garten.
Die alte Esche – einst von den Kindern unter großer Freude gepflanzt – bildet das zentrale Symbol des Films. Mit den Jahren ist sie hochgewachsen, aber verletzt, ausgetrocknet, von einem immer tieferen Riss durchzogen. Wie ein weiteres Familienmitglied beobachtet sie das Auseinanderdriften der Geschwister ebenso wie die Zerbrechlichkeit ihrer Mutter.
Als Julian im Jahr 2066 schwerfällig den Eimer hebt, um den Baum zu gießen, während Jasmin der Mutter frische Blumen bringt, verschränken sich die Bildwelten erstmals: Der Baum beginnt, sich zu regenerieren, während Jessica ihre letzten Kräfte sammelt, um den Kindern einander buchstäblich die Hände zu reichen.
In ihrem sterbenden Blick, im Zusammenprall der unterschiedlichen Zukunftsvisionen und im leisen, tastenden Berühren der Geschwister wird klar: Versöhnung ist keine moralische Pflicht, sondern eine fragile Möglichkeit. Eine Möglichkeit, die sich aus persönlichen wie gesellschaftlichen Entscheidungen zusammensetzt – aus alltäglichen Gesten, aus dem Mut zur Empathie, aber auch aus dem Verständnis dafür, dass keine Epoche „besser“ ist als die andere, sondern dass jede Generation die Zukunft neu verhandeln muss.
Als Jessicas Lächeln erstarrt und das Licht langsam verlischt, öffnet die Esche im Garten ihre ersten Knospen seit Jahren. Ein stilles, vorsichtig hoffnungsvolles Bild – und zugleich die Frage, welche Zukunft wir selbst nähren wollen.
Visualisierungskonzept und Angaben zur Animationstechnik
- Realistische Filmatmosphäre in klassischer, flüssiger 2D-Animation
- Charaktere am Zeichentisch handanimiert
- Details und Props computergestützt handkoloriert
- Stills und Hintergründe in ProCreate handgemalt
- Compositing, Licht-, Bild- und Überblendungseffekte sowie computergestützte Animationen in ToonBoom Harmony
- Musik und Sound-FX in Logic Pro
- Szenenzusammenführung, Farb- und Bildkorrektur sowie Schnitt in Final Cut Pro




