BIOGRAFIEN „Die anderen 50 Prozent“
Sandra Strauß und Schwarwel
„Die anderen 50 Prozent
Weibliche Alltagswelten in (Ost-)Deutschland
von 1949 über 1989 bis heute“
Über 50 Beteiligte – Biografien
Aleo Arndt studierte Germanistik und Anglistik in Berlin und London und war Senior Researcher an der Universität Oxford. Seit 2010 ist Arndt Professorin für Englische Literatur an der Universität Bayreuth sowie Gastprofessorin am MIT. Arndt gehört zu den Pionierinnen der Critical Whiteness Studies in Deutschland, ist Gründungsdirektorin des Graduiertenkollegs für Intersektionalitätsstudien und Principal Investigator im Exzellenzcluster „Africa Multiple. Reconfiguring African Studies“ an der Universität Bayreuth. Arndt ist Verfasser*in zahlreicher Bücher zu Rassismus, Sexismus, Erinnerungskultur, Intersektionalität, Shakespeare und afrikanischen Literaturen. Zu den neuesten Monografien gehören: „Sexismus. Geschichte einer Unterdrückung“ (2020), „Rassismus begreifen. Vom Trümmerhaufen der Geschichte zu neuen Wegen“ (2021), „Koloniales Erbe. Wie wir mit der kolonialen Vergangenheit unserer Sprache umgehen“ (2022), „Ich bin ostdeutsch und gegen die AfD“ (2024) sowie „Out of Whiteness. Shakespeare, African literatures and Early Modern Abolitionism“ (in Vorbereitung). Arndt ist außerdem Mutter, Spoken-Word-Poet*in, Dramatiker*in und arbeitet auch als Theaterregisseuri*n. Darüber hinaus ist them Aktivist*in und bildungspolitische Berater*in.
Alina Cyranek arbeitet als Autorin, Regisseurin und Produzentin in Leipzig. In ihren Filmen setzt sie sich vor allem mit gesellschaftspolitischen Fragen auseinander, die im öffentlichen Diskurs häufig wenig Raum finden. Für ihre Filme erhielt sie zahlreiche Preise. Neben ihren künstlerischen Filmprojekten arbeitet sie als Realisatorin für das MDR Kurzfilmmagazin „unicato“ und arte „Kurzschluss“. Sie absolvierte den Doppel-Master in Medienkunst an der Bauhaus-Universität Weimar und der Tongji University Shanghai als DAAD-Stipendiatin mit dem Schwerpunkt Dokumentar- und Experimentalfilm. 2018 gründete sie mit dem Animationskünstler Falk Schuster die hug films GbR in Halle (Saale). Filmografie (Auswahl): „Unbemerkt verstorben“ (2026), „Fassaden“ (2025), „Die Kurve“ und „Kommen|Gehen|Bleiben“ (2024), „Hotel Astoria“ (2020), „I love my Carl“ (2018), „Ein Haufen Liebe“(2016)
Alma-Emilia Jahn ist 1999 in Erfurt geboren und aufgewachsen und lebt heute wieder in ihrer Heimatstadt. Sie studierte Soziale Arbeit in Darmstadt sowie Kultur, Ästhetik und Medien in Düsseldorf und ist als Künstlerin sowie Sozial- und Kulturpädagogin tätig. Im wissenschaftlichen Kontext beschäftigte sie sich mit dem kulturellen Erinnerungsgedächtnis von Menschen mit Ostbiografie.
Angelique Pershon ist 1998 in Lübeck geboren und in NordWest-Mecklenburg aufgewachsen. Sie hat Psychologie in Lübeck, San Marcos (USA) und Leuven (Belgien) studiert und praktische Erfahrungen ebendort sowie in Bukarest, Frankfurt am Main und Bad Kissingen gesammelt. Zuletzt hat sie sich in akademischen Forschungsprojekten mit Geteilten Führungsmodellen, Team Performance und Emotionsausdruck in natürlicher Sprachverarbeitung (NLP) beschäftigt. Sie steht kurz vor ihrem Masterabschluss und ist ehrenamtlich in einem Zukunfts-Think-Tank tätig.
Anke Feuchtenberger, geboren 1963 in Berlin (DDR), studierte an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Sie arbeitete seit 1988 als freiberufliche Künstlerin in Berlin und wurde mit Plakaten für die erste deutsch-deutsche Wahl 1990 bekannt. 1997 ist sie als Professorin für Zeichnen und Graphische Erzählung an die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg berufen worden. In ihrem Schaffen setzt sich Feuchtenberger mit unterschiedlichsten künstlerischen Medien auseinander wie Zeichnung, Graphische Erzählung, Plakat, Druckgraphik, Skulptur, Buchcover und Installation. 2022 erschien bei Reprodukt die Gesamtausgabe des Langzeitprojektes „Die Hure H“ mit der Autorin Katrin de Vries. Zusammen mit Stefano Ricci führte sie von 2006 bis 2020 den MamiVerlag. 2020 erhielt sie den Max & Moritz-Preis für ein herausragendes Lebenswerk des Internationalen Comic-Salons Erlangen. Ihr bisher erfolgreichstes Buch „Genossin Kuckuck“ (Reprodukt, Berlin) wurde 2024 für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik nominiert und in Paris mit dem Grand Prix Artemisia gewürdigt. Ihre Arbeiten wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und durch Veröffentlichungen und Ausstellungen in Museen und Galerien international bekannt. Anke Feuchtenberger lebt und arbeitet in ihrem Atelier in Ostvorpommern.
Anna Kaminsky, Studium an der Sektion Theoretische und angewandte Sprachwissenschaft (Schwerpunkt romanische Sprachen; Abschluss Sprachmittler) an der Karl-Marx-Universität in Leipzig; 1993 Promotion Dr. phil. zum Thema „Sprache in der Politik. Die Analyse politischer Texte des katalanischen Nationalismus 1898-1917“; 1993 bis 1998 Mitarbeit in verschiedenen Forschungs- und Ausstellungsprojekten u. a. am Berliner Institut für vergleichende Sozialforschung, an der Universität Münster, der Gedenkstätte Sachsenhausen und am Deutschen Historischen Museum; ab 1998 wissenschaftliche Mitarbeiterin, ab 2001 Geschäftsführerin und seit 2021 Direktorin und Vorstandsmitglied der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Publikationen zu Alltags- und Konsumkultur sowie zu Fragen der Erinnerungskultur, u. a. „So viel Ende war nie. So viel Anfang war nie. Das Kriegsende in persönlichen Erinnerungen.“ von Finn Harmsen und Anna Kaminsky (Metropol Verlag Berlin 2025), „Frauen in der DDR“ (Chr. Links Verlag Berlin, 4. Auflage 2022).
Anne Martin, *1985 in Erfurt, bis 2010 Studium und Magistra der Musikwissenschaft in Leipzig, seitdem Jazzsängerin, Autorin, Rednerin, Moderatorin, Journalistin. Wohnt seit 2018 mit ihrer Familie in einem Bau- und Kulturdenkmal in der sachsen-anhaltinischen Provinz und veranstaltet dort regelmäßig kulturelle Veranstaltungen.
Anne Weiß (geb. 1986) wuchs in einem kleinen Thüringer Dorf auf, besuchte Krippe und Kindergarten in der DDR bis zum Mauerfall, der zu ihren frühesten Kindheitserinnerungen gehört. Mit einem großen Interesse für Kunst und Kultur zog es sie 2004 zum Studium nach Leipzig, wo sie bis heute wohnhaft ist. Sie legte erfolgreich ein Magisterstudium der Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie ab, inkl. eines Auslandsjahrs an der Universität Oslo. Als Geisteswissenschaftlerin arbeitete sie vor allem kreativ in den Bereichen Redaktion, Marketing und Kommunikation, jedoch mit fehlender langfristiger Perspektive. Schließlich wechselte sie beruflich noch einmal die Richtung, um ihr lang gehegtes Wunschfach zu studieren: Sie absolvierte ein Zweitstudium an der FernUniversität in Hagen und an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zur M. Sc. Psychologin. In ihrer anschließenden wissenschaftlichen Tätigkeit befasst sie sich im Rahmen des Verbundprojektes „Gesundheitliche Langzeitfolgen von SED-Unrecht“ mit Themen, die sowohl ein zeitgeschichtliches als auch ein persönliches Interesse verbinden und Fragen nach eigenen Sozialisationserfahrung als Ostdeutsche aufwarfen. Parallel dazu befindet sie sich in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.
Annegret Richter weiß, wo das Tal der Ahnungslosen liegt, denn dort ist sie 14 Jahre an der Grenze zu Polen und der Tschechoslowakei aufgewachsen. Sie besuchte zehn Jahre eine kleine Dorfschule und drei Jahre ein Wirtschaftsgymnasium, wo ihre Klasse als erster Jahrgang gemeinsam mit den Lehrer:innen versuchte, die soziale Marktwirtschaft zu verstehen. 1994 ging sie in die USA, erst als Au-pair, später zum Studium an der Mercy University in New York. Ihren Eltern konnte sie von ihren Erlebnissen nur in Briefen berichten, denn in ihrem Dorf wurden erst 1996 Telefonanschlüsse für alle Haushalte eingerichtet. Sie lebte in New York City, London, Dresden und Alicante, aber Leipzig war die Stadt, in der sie auch mit ihrer Familie leben wollte. Seit mehr als 20 Jahren widmet sie sich intensiv dem Thema Film und insbesondere Animation. Sie studierte Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie Amerikanistik und lehrte und forschte nach dem Studium bis 2008 als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Medienwissenschaft zu animierten Dokumentarfilmen und hybriden Formaten. Anschließend übernahm sie die Leitung des Internationalen Kurzfilmfestivals Filmfest Dresden. Danach war sie für den Programmbereich Animation bei DOK Leipzig verantwortlich. 2011 war sie maßgeblich an der Gründung der AG Animationsfilm beteiligt, deren Geschäftsführerin sie seit 2016 ist. Darüber hinaus arbeitet sie als Kuratorin, Beraterin und Moderatorin für Filmveranstaltungen und filmpolitische Gespräche im In- und Ausland. Sie ist Mitglied im Vergabeausschuss der Mitteldeutschen Medienförderung sowie in der Projektjury der MFG Baden-Württemberg. Als Moderationsstimme wirkt sie außerdem in verschiedenen Podcasts mit, darunter in den 25 Folgen von „Die Erde spricht – 100 Jahre Joseph Beuys“ von 2021. Seit 2024 ist Annegret Richter künstlerische Leiterin und Co-Geschäftsführerin des Internationalen Trickfilm-Festivals Stuttgart. Dort teilt sie ihre ostdeutsche Perspektive mit großem Vergnügen mit den Schwaben.
Annette Benjamin ist Sängerin und Texterin. Bekannt wurde sie Ende der 1970er Jahre als Frontfrau und Saxophonistin der Band Hans-A-Plast. Die fünfköpfige Gruppe mit drei Frauen und zwei Männern gehörte zu den ungewöhnlichsten und eigenständigsten Formationen der frühen deutschen Punk- und New Wave-Szene. Hans-A-Plast setzte von Beginn an auf deutschsprachige Texte und veröffentlichte drei legendäre Alben unabhängig, ohne Plattenfirma. Mit ihrem durchdringenden Gesang und ihrer starken Bühnenpräsenz wurde Annette Benjamin die prägende neue Stimme des deutschen Punk. Seit 2022 ist Annette Benjamin Sängerin und Texterin der Band die Benjamins und veröffentlichte bislang eine EP mit fünf Songs sowie zwei weitere Singles. Seit 2025 arbeitet sie mit der Künstlerin Stefanie Schrank in der aktuellen Formation die Rettung.
Annette Schuhmann, geboren 1960 in Ostberlin, aufgewachsen im Prenzlauer Berg, Kinder- und Jugendsportschule, Lehre als Operator für elektronische Datenverarbeitung. Ausreise aus der DDR im Juli 1989, Studium der Geschichtswissenschaft an der Freien Universität Berlin, Promotion zum Thema gewerkschaftliche Kulturarbeit in Industriebetrieben der DDR, Redakteurin des Portals zeitgeschichte|online am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.
Babette Kavka ist das, was man eine waschechte Berliner Perle nennt. In Berlin Pankow geboren, wuchs sie zwischen Stelzen laufenden Clowns und Theaterspieler:innen auf. Schon während der Schulzeit begann sie, in zahlreichen Bands zu singen und schulte auf Tour mit den Jungs nicht nur ihre Stimme. Babette ist eine Macherin. Ihr Körper, ihr Geist und ihr Mundwerk sind ständig in Bewegung. Babette kommt rum und gestaltet als Moderatorin und DJ das kulturelle Geschehen der Hauptstadt mit. Seit Ende ihres Studiums der Kulturwissenschaft und neuerer deutscher Literatur war sie fester Bestandteil des Moderator:innen-Kaders vom Radio FRITZ des rbb und gestaltete auch ihre eigene Sendung „Nightflight“ redaktionell. Die Berliner kennen sie auch als „betty ford“ hinterm Plattenteller und aus den rbb Sendungen „Ein Sofa in Berlin“ und „Unterwegs durch die Neujahrsnacht“. Des Weiteren absolvierte Babette Gastauftritte bei on3 Südwild, ProSieben „red! – so tickt Berlin”, bei der rbb Sendung „Stilbruch“ und „Die 30 außergewöhnlichsten Berliner Brücken“. Seit einigen Jahren arbeitet Babette nun als Werbefilmregisseurin und -Produzentin.
Barbara Rolf ist 1976 in Freiburg geboren und westdeutsch sozialisiert. Die Theologin ist seit über 20 Jahren in der Bestattungswelt zu Hause und hat sie aus nahezu jeder beruflichen Perspektive erlebt. Geleitet wird sie von dem Wunsch nach einer menschlichen und zeitgemäßen Endlichkeitskultur. Heute gehört sie zu den profiliertesten Stimmen zum Thema Tod im deutschsprachigen Raum. Ihr aktuelles Buch „Was ist der Tod für dich? 100 Fragen an eine Bestatterin“ erschien im September 206 im Verlag Herder.
Bettina Schipping, 1967 in Düsseldorf geboren. Nach dem Studium der Visuellen Kommunikation an der FH Düsseldorf arbeitet sie als Grafik-Designerin und Illustratorin für verschiedene Werbeagenturen und ist seit mittlerweile 20 Jahren für die Gestaltung eines Stadtmagazins zuständig. Als Cartoonistin veröffentlicht sie regelmäßig Bilderwitze auf Social Media. Sie zeichnet unter anderem für Spott sei Dank, die bbz der GEW Berlin, Spectrum, booklooker.de, die Wochenendbeilage der Zeitschrift Die Presse, die Cartoon-Arena von CORRECTIV, die Titanic und den Eulenspiegel, nimmt an Wettbewerben und Ausstellungen teil und ist in vielen verschiedenen Cartoon-Samplern sowie Kalendern vertreten. Außerdem gibt es Postkarten von ihren Cartoons beim Inkognito Verlag und im Cartoonkaufhaus. 2023 gewinnt sie den Heinz-Jankofsky-Preis der SuperIllu. Sie ist Mitglied der „Rheinischen Humorverwaltung“ und Cartoonlobbyistin. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Bettina Wilpert wuchs in Bayern auf, studierte in Potsdam und lebt seit 13 Jahren in ihrer Wahlheimat Leipzig. Ihre drei Romane spielen in der ostdeutschen Stadt und erschienen im Verbrecher Verlag. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich immer wieder mit den Themen sexualisiert Gewalt, Reproduktive Gerechtigkeit und Erinnerungskultur.
Carolin Würfel, geboren in Leipzig, ist studierte Historikerin und arbeitet als Journalistin, Schriftstellerin und Drehbuchautorin. Sie lebt in Berlin und Istanbul und schreibt über Ostdeutschland, Leben zwischen den Systemen und wie weibliche Biografien Geschichte neu erzählen können. 2022 erschien von ihr „Drei Frauen träumten vom Sozialismus“. Zuletzt der 2025 für den lit.COLOGNE-Debütpreis nominierte Roman „Zuhause ist das Wetter unzuverlässig“.
Christian Kümmel wurde 1975 in Bad Langensalza geboren und wuchs in Schlotheim auf – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Familienbetrieb, der 1972 in der DDR enteignet worden war. 1987 stellten seine Eltern einen Ausreiseantrag. 1989 verließ die Familie die DDR, um sich im Westen ein neues Leben aufzubauen. Der Fall der Mauer veränderte alles: Es entstand die Möglichkeit, den früheren Familienbetrieb zurückzuerlangen. Die Familie kehrte nach Schlotheim zurück und wagte dort einen Neuanfang. Nach Abitur und BWL-Studium stieg Christian 2000 in das Familienunternehmen ein, das er seit 2019 allein führt. Heute arbeitet er dort gemeinsam mit seiner Frau. 2023 gründeten beide zusätzlich ein Schulungsunternehmen für Führung und persönliche Entwicklung.
Christina Meinusch, Studium Volkskunde mit den Nebenfächern Soziologie und Pädagogik an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg mit Abschluss M.A., Studium zur Diplompädagogin mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung und außerschulische Jugendbildung ebenfalls in Würzburg mit Abschluss Dipl.-Päd. (Univ.). Während und nach dem Studium Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen im Bildungsbereich. Seit 2014 freiberufliche Arbeit. Seit 2021 Heimatpflegerin der Sudetendeutschen. Lehraufträge: u. a. Universität Würzburg, Professur für Museologie WS 2025/26 und SS 2026. Im Rahmen des Seminars entstand die Ausstellung „Vermisst: Heimat. Sudetendeutsche Zeitzeug:innen aus der ehemaligen DDR, Tschechien und Bayern erzählen“, die im Mai 2026 im Sudetendeutschen Haus erstmals gezeigt wurde.
Clara Marz, 1995 in Rostock geboren; 2015-2021 Studium der europäischen Medienwissenschaft und der angewandten Kulturwissenschaft und Kultursemiotik an der Fachhochschule Potsdam und der Universität Potsdam; bis 2022 audiovisuelle Produktionen für die Medienabteilung der Universität Potsdam; 2022-2024 wissenschaftliches Volontariat bei der Bundesstiftung Aufarbeitung; 2024-2026 Projektmanagerin im Arbeitsbereich Jahresausstellungen und Kommunismusgeschichte; seit 2026 Referentin für Ausstellungen und audiovisuelle Kommunikation im Arbeitsbereich Kommunikation der Bundesstiftung Aufarbeitung. Das Thema DDR und Ostdeutschland hat Clara Marz irgendwie immer begleitet, obwohl das für ihren Berufsweg eigentlich gar nicht vorgezeichnet war. Jetzt möchte sie mit ihrer Arbeit gerne auch junge und feministische Aspekte mit dem Thema Ostdeutschland und DDR-Vergangenheit verknüpfen.
Claudia Ashley, *1971, klassische Schullaufbahn in der DDR, zehn Jahre an einer POS. Mit 16 Jahren dreijähriges Studium an der Medizinischen Fachschule Wermsdorf inklusive Internat, danach ein Jahr an der Medizinischen Fachschule Leipzig, Abschluss als staatlich anerkannte Erzieherin. 1992 Umzug nach Frankfurt am Main, Anstellung bei der Stadt Frankfurt als Erzieherin in einer Kinderkrippe. 1998 Umzug nach England. 1999 Anstellung als Leiterin einer Kindertagesstätte. Ausbildung zur Lehrausbilderin und im Management. 2012 dreijähriges Studium zum BA EY (Bachelor of Arts in Early Years). Seit 14 Jahren selbstständige Tagesmutter.
Cosima Stracke-Nawka, jetzt im Ruhestand, geboren in Radebeul, aufgewachsen in Bad Muskau. Besuch der niedersorbischen Erweiterten Oberschule in Cottbus. Studium der Theaterwissenschaft in Leipzig/Kultur-und Theatermanagement und Rundfunkwesen in Ludwigsburg. Dramaturgin, Intendantin Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen. Referentin für Jugendmedienschutz und Filmförderung Sächsische Landesmedienanstalt Leipzig. Prüferin und ständige Vertreterin des Freistaates Sachsen bei der FSK. Mitglied Vergabeausschuss Mitteldeutsche Medienförderung, Mitgründerin der Fraueninitiative Bautzen und des Sorbisch-Deutsches Filmnetzwerk Łužycafilm. Mitglied Sorbischer Künstlerbund. Mitarbeit Landesweiter Runder Tisch gegen Gewalt, Dresden. Trägerin der Sächsischen Verfassungsmedaille. Mitglied in diversen Jurys und Auswahlgremien bei Filmfestivals. Moderatorin, Mentorin und Coach Filmdramaturgie.
Dina Pasic, *1971 in Hannover, Studium der Rechtswissenschaften an der Uni Bielefeld, 1999 Abschluss mit dem Zweiten Staatsexamen, seit 2004 Assistentin der Geschäftsführung der Flamarium Saalkreis GmbH & Co. KG, Mitarbeit in der FUNUS Stiftung.
Dirk Rotzsch, Jahrgang 1969, ist Neu-Hallenser mit sächsischem Migrationshintergrund und arbeitet dort als Küchenleiter. Geboren in Leipzig, später lange Zeit in Bad Lausick. Mitbegründer der Independent-Band Lament. Erstellte für das Konzept-Album „Breathe“ eine Novelle mit Namen „Michel“, erschienen bei Edition PaperOne. In diese Zeit fallen Veröffentlichungen in verschiedenen Anthologien. Arbeitete lange als freier Mitarbeiter der Leipziger Volkszeitung und diversen Internetportalen. Veröffentlichte gemeinsam mit seiner Partnerin Jennifer Sonntag das Buch „Liebe mit Laufmaschen“.
Doreen, geboren 1973 in einer südbrandenburgischen Kleinstadt im ehemaligen Bezirk Cottbus. 1979–1989 POS im Heimatdorf, 1989–1991 EOS „Friedrich Engels“ in Senftenberg, 1991–1996 Studium der Rechtswissenschaften, 1998–2001 Rechtsreferendarin am LG Leipzig. Seit 2001 selbstständige Rechtsanwältin in Leipzig, seit 2006 Fachanwältin für Strafrecht, seit 2023 Fachanwältin für Steuerrecht. Von 1995 bis 2001 Gründungsmitglied und Aufsichtsratsvorsitzende der Alternativen Wohungenossenschaft Connewitz eG, von 1996 bis 2022 Gründungsmitglied und Vorstandsmitglied des MachtLos e.V. Seit 2013 Vorstandsmitglied Leipziger Strafverteidiger e.V., Schatzmeisterin. Seit 2018 stellvertretende Vorsitzende im Vorstand der Strafverteidiger Sachsen/Sachsen-Anhalt e.V. Verheiratet, zwei Kinder.
Editha-Maria Kentrup-Bentzien, Jahrgang 1958, ist Bestatterin und Trauerrednerin aus Leidenschaft. Auch im Ruhestand ist sie weiterhin in der Bestattungsbranche tätig und engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Notfallseelsorge. Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu begleiten, gehört für sie ebenso zum Leben wie ihre große Patchworkfamilie, Reisen und eine gute Portion Ruhrpott-Humor.
Florentine Joop wurde 1973 in Hamburg geboren. Nach ihrem Abitur studierte sie an der „Hochschule für Angewandte Wissenschaften“ in Hamburg Illustration und wählte für ihr Diplom den Schwerpunkt Kinderbuch. Bis heute kamen zahlreiche Kurse für Malen und Schreiben hinzu. Seitdem schreibt, malt, modelt und experimentiert sie unablässig. Im Jahr 2000 kam das erste von Joop geschriebene und illustrierte Kinderbuch „Bonifacio und das Geheimnis der Faultiere“ heraus. 2013 erschien ihr erster Roman „Harte Jungs“ und 2025 ihr neuestes Buch „Sommer im Heckenrosental“, eine autobiografisch geprägte Geschichte, die von einer Kindheit und Jugend vor, während und nach der deutschen Wiedervereinigung handelt.
Frank Pasic, *1971, ist von Hause aus Jurist, ist dann aber über einen Umweg ins Krematorium gekommen – wo es ihm wider Erwarten gefallen hat. Er ist (Mit-)Gründer der FUNUS Stiftung, die sich für einen offenen Umgang mit dem Tod, der Trauer sowie der Kultur des Bestattens und des Abschiednehmens einsetzt.
Franziska Reif ist Autorin, Redakteurin und Lektorin und befasst sich unter anderem mit Politik, Kultur und Geschichte.
Geralf Pochop (geb. 1964 in Halle) absolvierte eine Ausbildung zum Funkmechaniker. Mit 18 wurde er DDR-Hausbesetzer, schloss erste Kontakte zur Punkszene und engagierte sich in der unabhängigen DDR-Friedensbewegung. Wegen Tragens des Aufnähers „Schwerter zu Pflugscharen“ geriet er ins Visier des Staatssicherheitsdienstes. 1983 wurde er bei dem Versuch der Bildung einer Menschenkette zwischen der Sowjetischen- und der USA-Botschaft erstmalig verhaftet. Ab 1984 war Pochop aktives Mitglied der DDR-Punkbewegung, organisierte Konzerte im kirchlichen Raum und erhielt Berufsverbot. 1986 versuchte das Ministerium für Staatssicherheit, ihn als Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) anzuwerben. Er lehnte ab und stellte daraufhin einen Ausreiseantrag. Im Oktober 1987 kam er zum zweiten Mal unter dem Vorwurf „öffentlicher Herabwürdigung, Verleumdung und Beleidigung des Staates, staatlicher Institutionen und ihrer Mitarbeiter“ ins Gefängnis und wurde zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt. Im Mai 1989 durfte Pochop aus der DDR ausreisen. Seit seiner Rehabilitierung und Anerkennung als politischer Gefangener der DDR im Jahr 2011 beschäftigt er sich intensiv mit der DDR-Vergangenheit und ist viel unterwegs auf multimedialer Zeitzeugen-Lesetour und als Bildungsreferent. Seine Geschichte ist Inhalt der Bücher „Untergrund war Strategie. Punk in der DDR: Zwischen Rebellion und Repression“ (2018) und „Zwischen Aufbruch und Randale. Der wilde Osten in den Wirren der Nachwendezeit“ (2021). 2025 erschien sein neues Buch „Tanz auf dem Vulkan: Widerständige Punk-Frauen in der DDR“.
Grit Lemke aka Gritka, geboren 1965 in Spremberg/Niederlausitz, aufgewachsen in Hoyerswerda. Nach einer Baufacharbeiterlehre und Arbeit im Theater- und Kulturbereich 1987-93 Studium der Kulturwissenschaft, Ethnologie und Literatur in Leipzig, 1999 Promotion in Europäischer Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 1991 Arbeit für Filmfestivals in wechselnden Funktionen, langjährig für DOK Leipzig, bis 2017 dort Leiterin des Filmprogramms. Beim FilmFestival Cottbus bis 2022 Leitung der deutsch-sorbischen Sektion „Heimat | Domownja | Domizna“. Kuratierte zahlreiche Filmreihen, u. a. bei DOK Leipzig, der Akademie der Künste Berlin, goEast Festival des mittel- und osteuropäischen Films Wiesbaden und für Goethe Institute weltweit. Lehraufträge, Mentorin und Tutorin, Mitarbeit in Jurys (u. a. BKM, Filmfestivalkommission der Stadt Wien), Mitgründerin der AG Festivalarbeit in ver.di und des sorbisch-deutschen Filmnetzwerks Łužycafilm. Kulturaktivistin: Mitgründerin und -kuratorin des SubSorb Festiwal der sorbischen Subkultur sowie als GRITKANAWT in der SoSA – Sorbian Space Agency. Zwei Söhne, lebt in Berlin und zeitweilig Hoyerswerda. Werke (Auswahl): Mitarbeit an diversen Filmen als Dramaturgin und Ko-Autorin (u. a. „Lene und die Geister des Waldes“, 2020), „Gundermann Revier“ (Regie, 2019), „Unter hohen Himmeln. Das Universum Volker Koepp“ (Autorin, Bertz + Fischer Verlag, 2019), „Kinder von Hoy. Freiheit, Glück und Terror“ (Autorin, Suhrkamp Verlag, 2021), „Bei uns heißt sie Hanka/Pla nas gronje jej Hanka/Pola nas rěka wona Hanka“ (Regie, 2023).
Heidrun Strauß, Jahrgang 1957, behütet aufgewachsen in der dörflichen Idylle eines kleinen Ortes im Leipziger Umland. Nach dem Abitur Studium der Außenwirtschaft in Berlin, danach Tätigkeiten als Ökonomin bei Interpelz in Leipzig und Sachsenpelz in Naunhof. Nach der Wende Beamtin im gehobenen Dienst, zuletzt tätig als Sachgebietsleiterin, Controllerin und Integrationsbeauftragte. Seit November 2020 im vorgezogenen (Un-)Ruhestand. Seit 48 Jahren verheiratet, eine Tochter, immer noch wohnhaft auf dem Land.
Heike Bittner, Jahrgang 1963, wuchs in Karl-Marx-Stadt auf, bestand dort das Abitur, studierte Schauspiel in Leipzig. Es folgten freiberufliche Engagements an verschiedenen Theatern der DDR, bis sie 1989 in Dresden am Schicht-Theater, später VorOrt-Theater, landete. Dieses wurde 1992 geschlossen. Von da an stand sie noch auf der Bühne im Projekttheater und am Societätstheater Dresden und schuf sich verschiedene ABM-Stellen zum Thema Theaterarbeit und Körpersprache – bis sie 1995 beim Dresden Fernsehen als Moderatorin begann. 1996 wagte sie den Sprung in die Freiberuflichkeit in den Beruf, der bis heute ihre Berufung ist: Autorin und Regisseurin. Ihre Passion: Geschichten von Menschen – ob von heute oder aus längst vergangenen Tagen. Sie arbeitet für das Öffentlich-Rechtliche Fernsehen. 2009 gründete sie mit Partnern die MEINWERK Film. Ihre Kinder kamen 1986 und 1988 zur Welt. Seit 1996 zog sie sie allein groß. Sie lebt in Dresden.
Ilko-Sascha Kowalczuk ,*1967 in Berlin (Ost), ist Historiker und Publizist sowie wissenschaftlicher Berater der Geschäftsführung des „DDR Museum“ in Berlin. Er ist einer der renommiertesten deutschen Experten für die Geschichte der DDR und des Kommunismus. Bücher (Auswahl): „Faschismus ist keine Meinung – Stabil bleiben in autoritären Zeiten“ (2026), „Freiheitsschock – Eine andere Geschichte Ostdeutschlands von 1989 bis heute“ (2026), „Die Übernahme – Wie Ostdeutschland Teil der Bundesrepublik wurde“ (2025), „Endspiel – Die Revolution von 1989 in der DDR.“ (2025), „Walter Ulbricht – Der kommunistische Diktator (1945-1973)“ (2024), „Stasi konkret – Überwachung und Repression in der DDR“ (2024).
Jana Paulina Lobe, M.A., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Promovendin am Institut für Empirische Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie studierte Klassische Philologie und Europäische Ethnologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und schloss ihr Masterstudium mit einer Arbeit zu Nachhaltigkeitskonzepten in der gegenwärtigen Sepulkralkultur ab. Ihre Forschungsinteressen umfassen Bestattungs-, Trauer- und Erinnerungskulturen, digitale Anthropologie und Populärkultur. Publikationen in fachwissenschaftlichen, kulturjournalistischen und wissensvermittelnden Formaten. Neben Forschung und Lehre engagiert sie sich im Blogprojekt „kreiswärts“ für Aufklärung und Bildung im Bereich ganzheitlicher Bestattungskultur.
Jennifer Sonntag ist Diplom-Sozialpädagogin, Fachjournalistin und Buchautorin. Für die ARD war sie von 2008 bis 2022 als blinde Moderatorin und Kolumnistin in eigenen TV-Formaten tätig. Heute arbeitet sie frei für verschiedene Online-, Audio- und Printmedien. Als Inklusionsaktivistin engagiert sie sich für bessere Teilhabechancen von Menschen mit Behinderungen und richtet dabei ihr Augenmerk insbesondere auf die Benachteiligungen behinderter Frauen.
Judith Burger wurde 1972 in Halberstadt geboren und lebt in Leipzig. Sie studierte Kultur- und Theaterwissenschaften und arbeitet für MDR Kultur. Ihre Kinderromane wie „Gertrude grenzenlos“, „Roberta verliebt“ oder „Ringo, ich und ein komplett ahnungsloser Sommer“ wurden von Presse und Lesern begeistert aufgenommen. 2019 erhielt sie für „Gertrude grenzenlos“ den Gustav-Heinemann-Friedenspreis.
Juliane Streich wurde 1983 in Ost-Berlin geboren, es folgte eine Großstadtkindheit mit Kleingarten und eine Pubertät zwischen Punk und Pop. Danach studierte sie Kulturwissenschaften in Frankfurt/Oder und Journalismus in Leipzig. Sie leitete zehn Jahre lang die Musikredaktion und später auch die Chefredaktion des Leipziger Stadtmagazins kreuzer, arbeitet bei MDR Kultur und schreibt als freie Autorin über Musik, Kultur und Gesellschaft. Der Guardian nannte sie „one of Europe‘s leading critics“, außerdem gewann sie einen Pokal als „lustigste Reporterin Leipzigs“. Seit nunmehr über zwanzig Jahren plant sie die Gründung einer Punkband – was schon deswegen nicht klappt, weil man Punkbandgründungen nicht plant.
kahweh Kümmel wurde 1974 in Erlangen geboren und lebte dort bis 2002. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Ausbildung zur Schriftsetzerin und qualifizierte sich anschließend zur Industriemeisterin Druck mit Fachrichtung Satz. 2002 führte sie die Liebe nach Schlotheim – und damit in einen völlig neuen Lebensabschnitt. In den folgenden Jahren betrieb sie einen Online-Shop für Scherzartikel und kümmerte sich um eine eigene Alpakaherde. 2020 stieg kahweh in das Familienunternehmen ein und übernahm dort die Bereiche interne Kommunikation und Organisationsentwicklung. Inzwischen ist sie zudem Prokuristin des Unternehmens. 2023 gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann ein Schulungsunternehmen für Führung und persönliche Entwicklung.
Kati Naumann wurde 1963 in Leipzig geboren, verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in Sonneberg/Thüringen und lebt mit ihrer Familie am Stadtrand von Leipzig. Sie studierte Museologie und arbeitete als Museologin im Buchmuseum der Deutschen Bücherei Leipzig und im Musikinstrumenten-Museum der Universität Leipzig. Sie schrieb Gedichte, lyrische Texte für Rockbands und Songtexte für verschiedene Künstler (u. a. für das Klassik-Duo Marshall & Alexander und Inka Bause). Sie verfasste das Libretto zum Erfolgs-Musical „Elixier“, das an der Oper Leipzig uraufgeführt wurde. Außerdem arbeitete sie an diversen Musiksendungen des NDR Fernsehens mit. Für das ZDF schrieb sie u. a. Drehbücher für die Kindersendung „1, 2 oder 3“. Für Universal Music Publishing entwickelte sie mehrere Kinder-Hörspielreihen (u. a. „Die kleine Schnecke Monika Häuschen“) und schreibt für diese fortlaufend Folgen. Bisher sind von ihr neun Romane, sechzehn Kinderbücher und ca. 100 Hörspiele erschienen.
Kristian Schulze, Jahrgang 1971, kommt eigentlich aus Magdeburg, lebt aber schon seit 1992 mit nur kleineren Unterbrechungen ein äußerlich bürgerlich anmutendes Leben in Leipzig, ist verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet seit dem Studium hier als Redakteur und Reporter.
Lars Tunçay blickt als freischaffender Filmjournalist leidenschaftlich auf die Leinwand und dahinter. Für den MDR ist er als Hörfunk-Redakteur tätig, für den Kreuzer Leipzig als Kinokritiker. Daneben moderiert er Publikumsgespräche mit Filmschaffenden und lädt einmal im Monat zum „Filmriss Filmquiz“ in die Moritzbastei.
Linus Volkmann lebt in Frankfurt, er ist Buchautor und Musikjournalist. Seine Texte, Rants und Clips finden sich unter anderem bei arte, VICE, WDR, Titanic oder Spiegel Online. Zudem konzipiert er Beiträge für Jan Böhmermanns „Neo Magazin Royale“. Seine Story „Eier aus Stahl – Max Giesinger und die deutsche Industriemusik“ erhielt den Grimme-Preis. Zuletzt war er auf Bühnen unterwegs mit seinem Programm „Na, Bravo! Linus Volkmann liest aus Jugendmagazinen der letzten 30 Jahre“.
Auch wenn Luci van Org das „Mädchen“, mit dem sie bei „Lucilectric“ Musik- und Feminismus-Geschichte geschrieben hat, immer im Herzen trägt – heute ist „Cross-Media-Künstlerin“ sicher die treffendere Bezeichnung für die Berlinerin Jahrgang 1971. Als Buchautorin schreibt van Org Romane und Theaterstücke, als Drehbuchautorin für Kino und TV (z. B. „Soko Leipzig“, „Letzte Spur Berlin“, „Der Lehrer“), als Schauspielerin und Regisseurin macht sie Filmkunst. Ihre Bilder und Grafiken sind auf den unterschiedlichsten Ausstellungen und als Illustrationen in verschiedensten Büchern zu finden – und natürlich hält van Org der Musik auch noch die Treue. Als Bandleaderin ihres Soloprojekts Lucina Soteira, als Gitarristin, Bassistin und Stimme von Alles Schwarz, als weibliche Hälfte des Duos Meystersinger oder als Songschreiberin und Produzentin für andere Musikschaffende. Logisch, dass Luci deshalb bei ihren Lesungen und Ausstellungen auch so gut wie immer musiziert und singt und ihre eigenen Bücher meist selbst illustriert.
Manja Präkels, 1974 in Zehdenick/Mark geboren, ist Autorin, Musikerin, Sängerin und betreibt gemeinsam mit Markus Liske die Gedankenmanufaktur WORT & TON. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Lokalreporterin in Brandenburg studierte sie Philosophie, Soziologie und osteuropäische Geschichte, initiierte 2001 das erste Erich Mühsam-Fest in Berlin und gründete im selben Jahr die Band Der singende Tresen. Manja Präkels wurde für ihren Debütroman „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ mit dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium 2018, dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2018 und dem Anna-Seghers-Preis 2018 ausgezeichnet. 2024 erschien ihre Essay-Sammlung „Welt im Widerhall oder war das eine Plastiktüte“, 2025 der gemeinsam mit Alexander Leistner, Tina Pruschmann und Barbara Thérault verfasste Band „Extremwetterlagen. Reportagen aus einem neuen Deutschland“. Ihr neues Buch „Radiorauschen im Sternenpark“ erschien im September 2026. Manja Präkels erhielt 2026 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.
Manuela Müller ist in einer westsächsischen Kleinstadt aufgewachsen, hat in Leipzig Lehramt studiert und anschließend bei der Freien Presse Chemnitz volontiert. Sie ist als Journalistin in der Provinz geblieben, über die sie seit den Nullerjahren schreibt. Für ihre Gesellschaftsreportagen wurde sie mit dem Deutschen Reporter:innen-Preis ausgezeichnet, 2024 in der Kategorie „Bester Essay“ und 2025 für die „Beste Lokalreportage“. Außerdem war sie für den Theodor-Wolff-Preis nominiert.
Maria Funke, 1984 in Sachsen geboren, ist die erste Abiturientin in ihrer ostdeutschen Arbeiterinnenfamilie. Wie alle in ihrem Freundeskreis hat sie ihren Heimatort, in dem es früher und heute keine Arbeit gab und gibt, dafür aber schon immer unglaublich viele Rentner, verlassen müssen. Sie hat ein Studium der Germanistik und Soziologie in Dresden abgeschlossen und war seitdem unter anderem Kellnerin, Praktikantin, Redakteurin, Burgerbraterin, Übersetzerin, Wissenschaftlerin, Putzfrau, Lehrerin, Aktmodell, Kartenabreißerin und Texterin. Nicht zwingend in der Reihenfolge, aber in sich wiederholenden Schleifen. Und meistens zum Mindestlohn.
Markus Kavka, *1967, ist Moderator, Autor und DJ aus Berlin. Nach seinem Studium der Theater- und Kommunikationswissenschaften in Erlangen führte ihn sein Weg ins Fernsehen zu den Musiksendern VIVA und VIVA2, später MTV, wo er mit Sendungen wie den „MTV News“ zu einem der bekanntesten Gesichter avancierte. Nach MTV war er mit der Interview-Doku „Number One“ bei Kabel Eins und ZDFkultur zu sehen sowie als Fußball-Moderator bei RTLnitro. Seit 2014 ist er Moderator des Kurzfilm-Magazins „Unicato“ beim MDR, seit 2015 ist er auch regelmäßig bei „Deluxe Music“ zu sehen. Außerdem präsentiert er seine Sendung „KavkaFM“ beim Radiosender egoFM. Seit Ende der 1990er ist Markus auch regelmäßig als DJ unterwegs. Überdies ist er als Autor tätig. Sein Buch „Markus Kavka über Depeche Mode“ wurde 2020 im KiWi Verlag veröffentlicht, gemeinsam mit Elmar Giglinger erschien ihr Spiegel-Bestseller „MTViva liebt dich!“ 2023 bei Ullstein und 2026 erschien ebenso bei Ullstein „FC Bayern München – Eine Liebeserklärung“. Markus unterstützt aktiv die gemeinnützigen Organisationen „Freunde fürs Leben“ und „Junge Helden“.
Marlene Mähler ist 1999 in (Ost-)Berlin geboren und aufgewachsen. Sie studierte Anthropologie und Gender Studies (BA) in Berlin und Athen und absolviert derzeit ein Masterstudium der Bildungswissenschaften in Jena. In ihrer Arbeit als Bildungsreferentin verbindet sie wissenschaftliche Perspektiven mit praktischer Bildungsarbeit und gestaltet Workshops zu gesellschaftlicher Teilhabe rund um den Themenkomplex Ostdeutschland.
Pauline Jankowicz wurde 2010 in Leipzig geboren. Vita noch ziemlich leer, des Alters wegen. Natürlich schulpflichtig. Nach neun Jahren demokratischer Schule, jetzt noch drei Jahre Endspurt bis zum Abi … (Stand 2026). Es ließe sich noch ein Praktikum im lokalen Stadtmuseum erwähnen, da soll’s beruflich auch hingehen. Interessen liegen – folgerichtig – vor allem im Bereich Geschichte, Politik, Gesellschaft und Kultur.
Ralf Kukula, geboren 1962 in Dresden, hat seine Wurzeln im DEFA-Studio für Trickfilme. 1993 gründete er die Balance Film GmbH und realisiert seitdem Animations- und Dokumentarfilme für Kino und TV. Dazu gehören internationale Produktionen wie „Fritzi – Eine Wendewundergeschichte“, „Die Odyssee“ und „Mister Paper“. Seltene Techniken wie Sandanimation oder Ölmalerei auf Glas sind dabei ebenso Teil des vielfältigen Portfolios wie Zeichen-, Legetrick- und Computeranimation sowie Motion Capture. Ehrenamtlich engagiert er sich seit Jahrzehnten u. a. in der DEFA-Stiftung, dem Sächsischen Kultursenat, der Deutschen Filmakademie und diversen Berufsverbänden wie der AG Animationsfilm.
Romina Stawowy, Jahrgang 1982, ist Kommunikationsstrategin und Führungskraft aus Dresden. Heute verantwortet sie bei Deutschlands größter Arbeitsgebendeninitiative Charta der Vielfalt die Bereiche Kommunikation und Events und arbeitet an digitalen Transformations- und Organisationsprozessen. Zuvor gründete sie femMit, ein gesellschaftspolitisches Magazin mit eigenen Veranstaltungsformaten, leitete über viele Jahre eine Agentur für Politik- und Medienkommunikation und war zuvor Verlagsleiterin eines Stadtmagazins. Zur sächsischen Landtagswahl 2024 initiierte sie die Kampagne #SäxStreik, die unter anderem sichtbar machte, welche frauenpolitischen Positionen die Parteien in ihren Programmen vertraten. Aufgewachsen ist sie in einem Dorf bei Pulsnitz in der sächsischen Lausitz, wohnte später in Dresden, Leipzig und Berlin.
Sabine Bamberger-Stemmann ist seit 1. Januar 2004 Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung in Hamburg. Gutachterin für Förderanträge an diverse Stiftungen; Mitglied in Kuratorien und Beiräten – u. a. der KZ Gedenkstätte Neuengamme und der Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg. Seit WS 1999/2000 Lehrbeauftragte an der Universität Hamburg (Historisches Seminar). Wissenschaftliche Schwerpunkte: Minderheitenfragen in Ostmitteleuropa, deutsch-polnische Beziehungen, Grenzfragen im internationalen System Europas, völkische Politik in der Zwischenkriegszeit.
Sandra Strauß, *1978 in Grimma, arbeitet und lebt in Leipzig. Geschäftsführerin und Produzentin, Studio-, Verlags- und Vertriebsleiterin von Glücklicher Montag sowie verantwortlich für Redaktion, Presse, Promotion, Marketing und Management.
Schwarwel, *1968 in Leipzig, arbeitet und lebt in Leipzig. Regisseur, Produzent, Comiczeichner, Illustrator, Karikaturist, Animator, Drehbuch-Autor, Storyboarder, Musiker, Cutter, Grafiker und Art Director des Studios Glücklicher Montag, Schöpfer von Schweinevogel sowie Autor und Zeichner der Graphic Novels „Seelenfresser“ und „Gevatter“. Seine ersten Comicstrips veröffentlichte Schwarwel 1988 und zeichnet seitdem regelmäßig Comics, Cartoons, Karikaturen und Illustrationen für verschiedene Zeitschriften, Magazine, Verlage und Auftraggeber aus Wirtschaft, Verwaltung, Kreativ- und Musikbranche sowie für das Fernsehen. Von 1993 bis 2011 war er Art Director der Band Die Ärzte, für die er in dieser Zeit bis auf eine Ausnahme alle Album- und Singlecover und so ziemlich alle Druck- und Websachen schuf. Seit 1999 ist Schwarwel bisher an über 60 Filmen und Videos beteiligt. Eigenproduktionen von Glücklicher Montag und Filme, an denen Schwarwel beteiligt ist, liefen bisher im MDR, ZDF, SWR, rbb, NDR, auf arte etc. Seit 2022 ist Schwarwel redaktionelles Mitglied der drunter+drüber, dem Magazin für Endlichkeitskultur, für dessen Gesamtgestaltung er auch verantwortlich zeichnet. Seine eigenen Filme, Bücher, Comics und Graphic Novels erscheinen bei Glücklicher Montag.
Sophie Sumburane (*1987 in Potsdam) studierte Germanistik und Afrikanistik in Leipzig. Sie ist Autorin mehrerer Kriminalromane, schreibt für verschiedene Medien und engagiert sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Sie ist Teil des Netzwerks „Herland – feministischer Realismus in der Kriminalliteratur“ und war bis 2025 Mitglied im Board des PEN Berlin. Zuletzt erschien 2022 ihr Kriminalroman „Tote Winkel“, nun aktuell „Keine besonderen Auffälligkeiten“. 2025 las sie bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt.
Susanne Franken, 1984 in Grimma geboren, 1985-1987 Kindergrippe Otterwisch, 1987-1990 Kindergarten Otterwisch, Anfang 1990 Umzug von Ost nach West (530 km), 1990-2000 Grund- und Realschule Erkelenz, 2000-2004 Ausbildung „staatliche anerkannte Erzieherin“ mit Fachabitur, 2004 Umzug nach Aachen/Arbeiten und Fußball spielen, 2014 Umzug nach Erkelenz/Arbeiten und Fußball spielen, 2017 Geburt ihres Sohnes, 2017-2020 Studium: soziale Arbeit, Sozialarbeiterin (Bachelor of Arts), 2023-2024 Anti-Aggressionstrainerin, Hobby: Fußball spielen.
Theresa Bacza, geboren 1988 in Gera, ist seit 2020 Film- und Fernsehproducerin bei Akzente Film und seit 2025 bei der East Gate Filmproduction in Halle. Sie ist Absolventin der Filmakademie Baden-Württemberg. Ihre Diplom-Webserie „hierdrueben“ wurde mehrfach ausgezeichnet. Derzeit dreht sie ein neues Krimi-Format und hat u. a. „Die Kinder von Hoy“ und weiteres Film- und Serienstoff in und über Ostdeutschland in der Entwicklung.
Till Grahl, *1978 in Dresden, ist Filmwissenschaftler, Kulturmanager und Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Animationsfilm (DIAF) in Dresden. Aufgewachsen und ausgebildet in der sächsischen Landeshauptstadt, ist sein beruflicher und wissenschaftlicher Werdegang eng mit der sächsischen und ostdeutschen Kultur- und Medienlandschaft verbunden. Nach einem Studium der Amerikanistik an der Technischen Universität Dresden promovierte Grahl 2013 über narrative Muster von Filmremakes. Nach Stationen als Filmjournalist und Marketingleiter eines Kinos kehrte er 2019 mit seiner Tätigkeit am DIAF zu seinen filmwissenschaftlichen Wurzeln zurück. Am DIAF beschäftigt sich Grahl insbesondere mit der Geschichte und Gegenwart des Animationsfilms. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Bewahrung, Erforschung und Vermittlung des filmischen Erbes der DDR und des ehemaligen DEFA-Studios für Trickfilme Dresden. Als wissenschaftlich-künstlerischer Leiter und seit 2023 als Geschäftsführer verbindet er archivische Arbeit mit Ausstellungen, Publikationen, Filmprogrammen, Forschung und kultureller Vermittlung. Seine Arbeit versteht den Animationsfilm nicht allein als künstlerisches Medium, sondern auch als Teil einer regionalen und gesellschaftlichen Erinnerungskultur. Dabei gilt sein besonderes Interesse den materiellen und immateriellen Spuren der ostdeutschen Filmgeschichte und ihrer Bedeutung für die Gegenwart. Grahl ist zudem als Autor, Juror und Dozent tätig.
Tobias Prüwer studierte Philosophie und Geschichte, ist freier Autor und Theaterredakteur beim Leipziger Stadtmagazin Kreuzer. Buchveröffentlichungen u. a.: „Fürs Leben gezeichnet. Body-Modification und Körperdiskurse“ (Parodos), „Das Wörterbuch des besorgten Bürgers“ (als Mitverfasser, Ventil), „Welt aus Mauern“ (Wagenbach) und „Kritik der Mitte“ (Parodos).
Ulrike Nimz, 1983 in Rostock geboren, hat Germanistik, Soziologie und Journalistik studiert. Fünf Jahre lang arbeitete sie als Reporterin bei der Freien Presse in Chemnitz. Seit 2015 schreibt sie für die Süddeutsche Zeitung, zunächst im innenpolitischen Ressort in München. Von 2018 bis 2022 war sie Korrespondentin für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in Leipzig. Seit 2023 hat sie von Hamburg aus den Norden im Blick.
Victoria Jankowicz ist 1988 in Leipzig geboren und aufgewachsen. Ein waschechtes Wende- und Nachwendekind. Nachdem der Rockstarplan (A) nicht aufgegangen ist und Dinge (Kinder) ungeplant dazwischen gekommen sind, ist sie schließlich Erziehungswissenschaftlerin geworden. Sie forscht zu Bildungspraxis, Körper- und Emotionsarbeit, lehrt an der Universität Leipzig und arbeitet derzeit in einem Projekt der FH Erfurt zur Förderung von Vielfalts- und Diskriminierungssensibilität in Kindertagesstätten.





















































